Habe heute mit den Großen "Tsotsi" gesehen. Ursprünglich hatte ich über GOODBYE BAFANA nachgedacht, aber TSOTSI war die bessere Wahl. Neunzig Minuten gespannte Stille. Man hätte ein Stecknadel zu Boden fallen hören können.
Tsotsi, ein junger Gangster, der im Dreck eines Ghettos lebt und dem ein Menschenleben, auch sein eigenes, nichts wert ist, schießt eine Frau nieder und flüchtet mit dem geklauten BMW. Als er ein Baby auf dem Rücksitz bemerkt, baut er einen Unfall. Er hat keinen Schimmer, was er mit dem schreienden Kind anfangen soll, aber das Baby rührt ihn, er nimmt es an sich, packt es in eine Einkaufstüte, windelt es mit Zeitungspapier und sorgt, teilweise mit Gewalt, dafür, dass es Nahrung bekommt. Mit dem Kind kommen seine Erinnerungen zurück. Es ist, als ob er sich während der Zeit mit dem Säugling wieder darauf besinnen kann, dass er ein MENSCH ist - kein Tier. Ein Mensch, der mit anderen Menschen lebt und dem es viel besser geht, wenn er für andere Mensch sorgen und sie mit Anstand behandeln kann.
Es gibt viele kleine, tolle Momente im Film. Schatten. Licht. Staub. Das Lächeln der jungen Witwe, die er zwingt, das Baby zu stillen. Ihre warmherzige Art, mit dem Baby umzugehen. Die Mobiles, die sie bastelt.
Die Röhren, in denen Tsotsi als Junge Zuflucht suchte und in denen Kinder wohl immer Zuflucht suchen werden. Die Tatsache, dass es Kinder sind, die ihn "weich" werden lassen.
Tsotsis Geste zum Schluss des Filmes. Er hebt die Arme, als er beim Versuch, das Baby zurückzugeben, gestellt wird. Er gesteht. Versteht. Besteht. Übersteht.
Die wohl eher unbekannten Schauspieler agieren großartig. Den Soundtrack vergisst man nicht.
http://de.youtube.com/watch?v=vYtkeJ_pEDw
http://de.youtube.com/watch?v=DYnqbNl7VMM
nisavi - 24. Jan, 17:59