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5
Dez
2007

Man muss weggehen können



Man muss weggehen können
und doch sein wie ein Baum.
Als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir stünden fest...
(Hilde Domin)

4
Dez
2007

lunatic

Nachthimmel seit Tagen marmoriert wie Arbeitsfläche der Küche. Sieht sich kühl an. Frage mich immer wieder, wie es sich anfühlen würde, beide Füße darauf zu setzen. Beobachte die weißen Halbmonde auf den Nägeln der großen Zehen. Kann sie, auch wenn ich mich zu ihnen herabbeuge, nicht klar erkennen. Groß und kurzsichtig.

zu den liedern der nachtvögel
klaubte ich neumondscherben aus feuchtem gras


Der Bürgermeister von Schwerin redet von verhungerten Kindern, die Pech gehabt haben. Pechmarie. Pechsophie. Die Schweriner tun mir leid. Leben schon hinter dem Mond und dann noch das.

verirrt im dickicht greller laue
am tag
als der papierhimmel sie ausspie


Topinambur ausgegraben. Die Knollen sehen aus wie Gestein. Nicht essbar irgendwie.

Der Mann mit dem Bart und der Riesenbrille, die seine Augen verbirgt, scheint ein Straßenarbeiter zu sein. Er lächelt versunken in sich hinein, wenn er Eichendorff vorgelesen kriegt. Seine Seele spannt die Flügel auf. (Die meine wird zum Drachen.)

es löst sich aus mir nebel fahl
ein tier
das es nicht gibt
wenn ich’s entdecke
jedes mal
schnaubts leise
und entflieht
zurück in meine dämmerung


„Abbitte“ – ein schöner Film, wie ich finde. L. meint, sie kann solche Lego-Streifen, die man sich selbst zusammenbasteln muss, nicht ausstehen. Ich schon. Sommersehnsucht angesichts der Aufnahmen von lichtdurchfluteten Gärten. Englandsehnsucht. Hier regnet es den ganzen Tag.

3
Dez
2007

to the lighthouse

versunken

du lächelst im schlaf
als wäre die welt dir ein heim
du atmest leise
als gäbe es nur
den anfang
und mich

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