Nachthimmel seit Tagen marmoriert wie Arbeitsfläche der Küche. Sieht sich kühl an. Frage mich immer wieder, wie es sich anfühlen würde, beide Füße darauf zu setzen. Beobachte die weißen Halbmonde auf den Nägeln der großen Zehen. Kann sie, auch wenn ich mich zu ihnen herabbeuge, nicht klar erkennen. Groß und kurzsichtig.
zu den liedern der nachtvögel
klaubte ich neumondscherben aus feuchtem gras
Der Bürgermeister von Schwerin redet von verhungerten Kindern, die Pech gehabt haben. Pechmarie. Pechsophie. Die Schweriner tun mir leid. Leben schon hinter dem Mond und dann noch das.
verirrt im dickicht greller laue
am tag
als der papierhimmel sie ausspie
Topinambur ausgegraben. Die Knollen sehen aus wie Gestein. Nicht essbar irgendwie.
Der Mann mit dem Bart und der Riesenbrille, die seine Augen verbirgt, scheint ein Straßenarbeiter zu sein. Er lächelt versunken in sich hinein, wenn er Eichendorff vorgelesen kriegt. Seine Seele spannt die Flügel auf. (Die meine wird zum Drachen.)
es löst sich aus mir nebel fahl
ein tier
das es nicht gibt
wenn ich’s entdecke
jedes mal
schnaubts leise
und entflieht
zurück in meine dämmerung
„Abbitte“ – ein schöner Film, wie ich finde. L. meint, sie kann solche Lego-Streifen, die man sich selbst zusammenbasteln muss, nicht ausstehen. Ich schon. Sommersehnsucht angesichts der Aufnahmen von lichtdurchfluteten Gärten. Englandsehnsucht. Hier regnet es den ganzen Tag.
nisavi - 4. Dez, 12:21