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23
Dez
2010

2010

... war ein seltsames jahr. indifferent irgendwie. es gab viele gute momente, aber eben auch ein paar doofe.

zu den absolut positiven aspekten des zuendegehenden jahres gehört zuallererst, dass sich meine mutter von ihrer krankheit, den operationen und der chemo wieder gut erholt hat. dafür bin ich unendlich dankbar. manches wird nie mehr so sein wie früher und die angst und die furcht kann man ihr leider nicht abnehmen, aber in vielen punkten ist sie wieder ganz die alte und es tut gut, sie so zu erleben. ich glaube, auch die kinder sind, froh, die großmutter wieder so fidel sehen zu dürfen.

die kinder sind gewachsen. sie werden groß. richtig groß! s. ist zu einer selbstbewussten jungen dame geworden. der tanzstundenabschlussball hat mir das noch einmal ganz bewusst gemacht. in wenigen jahren wird sie ihr zuhause verlassen.
n. ist gerade dabei, längenmäßig den vater zu überrunden. es fühlt sich manchmal seltsam an, schon einen so großen sohn zu haben. er schlägt sich wacker in der schule und scheint mir für sein alter wirklich sehr vernünftig.
der kleine ist der kleine. ein lebenskünstler. auf seine art. manchmal treibt er einen zur weißglut, aber eigentlich will man ihn den ganzen tag herzen...

letzteres, also das mit dem herzen, gilt auch für die nichte und den neffen, die uns in diesem jahre einige male besuchten. im gegenzug waren wir auch am rhein, um der taufe des nichtleins beizuwohnen. es ist schön, die beiden heranwachsen zu sehen.

ich habe 2010 DIE op machen lassen. die entscheidung dafür habe ich mir nicht leicht gemacht. es gab ja auch in meinem engsten umfeld sehr viel contra. kein zuckerschlecken, das ganze, aber im rückblick bin ich wirklich froh, meinem arzt vertraut zu haben. das ergebnis fühlt sich gut an. so gut, dass ich denke, man hätte schon viel früher etwas unternehmen können. nun, besser spät als nie. ich hoffe, die letzte schraube wird im februar auch noch zutage gefördert.

seit februar 2010 sind wir wieder eine "richtige" familie. das miteinandersein jeden tag hat vieles einfacher gemacht für mich. es ist gut, wenn man die lasten miteinander tragen und die freuden teilen kann.

zu den freuden zählt zweifellos der tanzkurs, zu dem ich uns nach dem tanzstundenabschlussballdesaster angemeldet habe. natürlich war der liebste erst verhalten, aber mittlerweile schlenkern wir jeden dienstag fröhlich dorthin und genießen die musik, die bewegung und unsere grandiosen fortschritte. im januar haben wir karten für den traditionellen neujahrsball der tanzschule, ich freu mich drauf. cha-cha-cha.
ich möchte auch noch einmal an die EVITA-aufführung in der semperoper erinnern. sie war traumhaft und wird mir noch lange in erinnerung bleiben.

wir sind viel verreist, auch in diesem jahr. wir waren wieder im spreewald und haben dem liebsten unsere geheimen magischen orte gezeigt, münchen stand auf dem programm und sölden. second time.
im februar bereisten wir, ebenfalls zum zweiten mal, den oman. diesmal den norden. den nördlichsten norden. musandam. eindrücke, die man nie vergisst. sie prägen uns alle.

im sommer gab es bei mir mächtige turbulenzen, die mich für einige zeit ziemlich aus der bahn warfen. leider. ich habe mir vorgenommen, es nie wieder so weit kommen zu lassen. in sachen gelassenheit habe ich noch ziemlich an mir zu arbeiten. :-) das familientemperament sucht sich hin und wieder ein ventil.
die begegnung mit einem schrecklichen und mächtigen menschen hat mich mehrere wochen regelrecht blockiert - trotz yogaerfahrung und meditation und christlicher erziehung.
was ich gelernt habe aus dieser katastrophe? dass ich ruhiger bleiben muss (siehe oben). dass ich auf mich selbst vertrauen sollte, auf das, was ich kann. darauf, wer ich bin. und ich habe einmal mehr erfahren, dass auf die liebe und fürsorge meiner familie und die zuneigung und zuwendung meiner freunde verlass ist.
soll der mensch schrecklich, eiskalt und berechnend sein. soll er denken, dass er sich respekt nur über das mittel der macht verschaffen kann. seine welt ist nicht meine welt. seine werte sind nicht meine werte.

im august ließ das schicksal, als wolle es die begegnung mit dem eisklotz ausgleichen, liebenswerte menschen in mein leben, menschen, denen ich sehr gern begegnet bin. wir haben in berlin eine wunderbare lesung veranstaltet. gleich anschließend hatte ich, rein zufällig, gelegenheit, die potsdamer schlössernacht zu besuchen. auch ein wunderbares erlebnis.

rein musikalisch war 2010 ein mageres jahr. ein konzert habe ich wegen der op absagen müssen, neben evita gab es eigentlich nur sophie zelmani. ich glaube, da sollte in zukunft wieder mehr passieren.

gelesen habe ich viel, wie immer. ich mochte vor allem die bücher von alina bronski, aber auch die biografie von claude lanzmann. und in der vergangenen woche geriet ein buch in meine fänge, dass ich für mich als das buch des jahres bezeichnen würde: "die unperfekten" von tom rachman. ganz großes kino. man ist traurig, wenn man die letzte seite umgeblättert hat. ich musste gleich noch einmal von vorn beginnen - das passiert bei mir höchst selten!!!

ich habe auch geschrieben, wieder relativ viel und hauptsächlich längere texte und bin diesbezüglich zufrieden mit mir. im januar wird es eine neue lesung geben, auf die ich mich freue.

hermann hesse schreibt: "Soweit ich mich erinnern kann, habe ich als die Funktion des Dichters immer vor allem das Erinnern geehen, das Nichtvergessen, das Aufbewahren des Vergänglichen im Wort, das Heraufbeschwören des Vergangenen durch Anruf und liebevolle Schilderung."

besser könnte ich den zweck meines schreibens nicht in worte fassen. und mein schreiben beinhaltet ja auch diesen blog. nachdem ich nun also das vergangene noch einmal heraufbeschworen habe, möchte ich mich der gegenwart und dem, was vor uns liegt, zuwenden.

ich wünsche allen lesern des blogs, den unbekannten und den erahnten und den bekannten, ein wunderbares weihnachtsfest, ruhige feiertage und alles erdenklich gute für 2011.

8
Dez
2010

inselwinter

knecht nordwind
atmet aus
auf riesenhaenden
traegt er
das klirren dunkler wellen
hinunter an den strand

leere legt
in eisigen maeandern
intarsien
aus zeitkristall und nelkenschnee

ein weiss, das blendet,
wispert: gruen

07/02/06

4
Dez
2010

zweiter advent





die erste schneewoche liegt hinter mir. jede fahrt zur arbeit (je 20 km hin und 20 km zurück) ein höllenritt.

wenn die mitreiter links und rechts im graben liegen, die warndreiecke blinken und menschlein in orangen westlein auf der straße umherhüpfen, verliere ich ganz leicht die contenance.

abgesehen von der eiszeit geht es uns aber gut. wir genießen die nachmittage und abende im gemütlichen haus, den glühwein und den weihnachtsmarkt. und das tanzen!!! cha-cha-cha!

25
Nov
2010

Schnee

So. Es ist soweit. Wir sind wieder einmal eingeschneit. Das sieht vor allem in der Morgendämmerung unglaublich schön aus. Solange die Straßen frei sind, kann ich das richtig genießen. Ich wundere mich über mich selbst.
Vielleicht werden dienstags beim Tanzen so viele Glückshormone ausgeschüttet, dass es für eine ganze kalte Winterwoche reicht...

21
Nov
2010

Schraube locker und Dreivierteltakt

Ganz generell betrachtet ist es ja ganz wunderbar, etwas Besonderes zu sein.
Aber in diesem einen speziellen Fall wäre ich ausnahmsweise mal lieber ganz durchschnittlich, normal und allgemein.

Beim Durchschnittsbürger lassen sich nämlich Schrauben und Platten problemlos entfernen. Nicht so bei mir diesmal. Der Herr Chirurg hat eine der Schrauben nicht da wiedergefunden, wo er sie ursprünglich angebracht hatte. Sie ist ein bisschen in meinem Kiefer spazierengegangen und konnte während der OP nicht geortet werden, wohl aber hinterher mit Hilfe des Röntgenbildes. (sieht ein bisschen so aus, als hätte ich bei einer Schießerei was abbekommen)
Tja. Nochmal das Ganze also. Narkose, Schnitt und so weiter. Ich will noch nicht drüber nachdenken.

Außerdem hatte das Töchterlein Abschlussball. Sie sah wunderbar aus in ihrem türkisen Kleidchen und ihr Tanzstundenpartner war ebenfalls nach meinem Geschmack. Sogar tanzen konnten die beiden. Im Gegensatz zu mir. Ich habe, speziell beim langsamen Walzer, eine ganz erbärmliche Performance abgeliefert. Peinlich, peinlich.
Jedenfalls musste da unbedingt etwa passieren und so meldete ich mich kurzentschlossen zum Grundkurs Gesellschaftstanz an. Letzten Dienstag ging der los und ich muss sagen: es macht echt Spaß. Discofox, Walzer und Wiener Walzer klappen schon wieder. Der nächste Ball kann kommen.

Die letzten Wochen waren typische Novemberwochen: grau, regnerisch und nebelig. Eigenartigerweise macht mir das momentan noch nichts aus. Das Haus kommt mir vor, wie der beste Ort auf der Welt. Wir machen es uns jeden Nachmittag mit Tee und Kerzen gemütlich und haben sogar schon allerhand gebacken. Ich habe viel gelesen, zum Beispiel "Die Kinder der Elefantenhüter" von Peter Hoeg. Ziemlich abgefahren, aber durchaus lesenswert und amüsant.

1
Nov
2010

rot

29
Okt
2010

happy halloween

Wenn man denkt, dass es ein Klacks ist, zehn Schrauben und zwei Platten aus dem Kiefer gehackt zu kriegen, irrt man. So did I.

Bereits am Dienstagabend war mein Kopf erneut auf Kürbisgröße angeschwollen, ließ sich nirgendwo ablegen, was gespenstisches Schlafdefizit zur Folge hatte, und höllisch weh tat das alles auch noch.
Am Mittwoch starrten mich meine Kinder immer noch fassungslos an: "Mama?!"
Der Kreislauf spielte verrückt und ich lag wo ich lag, gebettet wie die wasserköpfige Königinnenmutter
zum Sterben. Mir war auch so zumute.

Erst am Donnerstag gab es erste Anzeichen für Kürbiswachstumsstillstand. Ich schlürfte brav weiter mein Süppchen und wagte schon ein vorsichtiges erstes Wackeln mit dem Riesenkopp.

Heute gehts nun endlich besser. Die Konturen meines Gesichtes sind in weiter Ferne zu erahnen und ich darf hoffen, bald wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Am Dienstag werden Fäden gezogen.

23
Okt
2010

ereignisse, die ihre schatten voraus werfen

am dienstag geht es wieder zu einer op.

ich glaube, wenn man weiß, was einen erwartet, ist es noch beängstigender.

aber es nützt nix.

augen zu und durch.

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