Zufallsbild

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25
Aug
2008

Es war eine Mutter, die hatte drei Kinder...

Und diese Mutter sah sich heute mit der Aufgabe konfrontiert, die drei Kinder am Morgen zu drei unterschiedlichen Zeiten an drei unterschiedliche Orte zu transportieren. Erschwert wurde dieses Unterfangen dadurch, dass die Mutter zu den emanzipierten Wesen gehört, die auch noch einer eigenen Erwerbstätigkeit nachgehen. Soll im Klartext heißen: auch Mutter musste am heutigen Tage zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein.

Mutter suchte sich Verbündete, Helfer in der Not.

Mutter brachte Kind 1 zu Helferorganisation1 (zuverlässig und zur Familie gehörend), hoffend, diese würde Kind 1 pünktlich 8.15 an Ort 2 abliefern.

Mutter transportierte Kind 2 höchstpersönlich (und IN TIME! 7.00) an Ort 1.

Mutter begibt sich 7.10 höchstpersönlich an Ort 2, um dort, pünktlich, die ihr anvertrauten Kinder anderer Eltern in Empfang zu nehmen.

Mutter hofft, dass Kind 3 derweil, 8.00, von der Helferorganisation 2 an Ort 3 gebracht wird.

Mutter erfährt, dass Kind 1 von Helferorganisation 1 (bislang zuverlässig und zur Familie gehörend) NICHT am Ort 2 abgeliefert wurde. Kind 1 befindet sich verstört am Ort 1. Dort gehört Kind 1 aber ganz und gar nicht hin. Kind 1 gehört an Ort 2.

Kind 1 wird von Angestellten (Ort 1 zugehörig) zu Ort 2 gebracht.

Führungskräfte, zu Ort 2 gehörend, unterrichten die Mutter davon, dass sie dem Unternehmen eine halbe Stunde wertvolle Arbeitszeit entzogen hat.

Mutter denkt über Konsequenzen nach.

Mutter kann nicht zu Ende denken, denn bis zum morgigen Tage benötigt Kind 1 mehrere ausgefüllte Formulare an Ort 2, Kind 2 darf nicht ohne Arbeitshefte an Ort 2 erscheinen und Kind 3 fordert (für Ort3) die sofortige Einschlagung von Lehrbüchern sowie Löschblätter für alle Hefte. Beschriftet.

Zwei gute Stichworte, findet die Mutter. EINSCHLAGEN. LÖSCHEN.

Die Mutter löscht den heutigen Tag aus ihrem Gedächtnis.

Wie es der Mutter aus dem Originallied ergangen wäre ("Es war eine Mutter, die hatte VIER Kinder..."), das malt sie sich lieber auch nicht aus.

MUSIK ZUM TAG: http://de.youtube.com/watch?v=pUiMbY-4xfU

Dom Dom Dom Doo
Well-a well I'm home
Dom Dom Dom Doo
Well-a well I'm home

23
Aug
2008

flowers

acht uhr weckt mich die fleurop-frau und bringt einen riesigen sommerblumenstrauß.
sie entschuldigt sich für die überbringungszeit, meint, alle welt würde sich heute blumen schicken. schöner gedanke!!!

20
Aug
2008

18
Aug
2008

interviews

übrigens fand ich diese interviews von herlinde koelbl (im aktuellen zeit-magazin) wunderbar:

http://www.zeit.de/online/2008/32/interview-koelbl

17
Aug
2008

wodny muz

es klopfte dreimal an die tür, mein kind.

dann stand er vor mir: bärtig.
in seinen haaren gaukelten libellen
und im blau der augen glänzten schuppige leiber.
wasser rann aus seinen hosenbeinen.

dem weib solle ich beistehen, bat er.

seine stimme war fluss in den auen,
bach an der mühle – der duft von erlen und iris.

ich: stumm wie der wels.

dreimal schlug er auf das wasser,
dann tat es sich auf und wir stiegen hinab.

das kind entwand sich der mutter wie ein fisch.

als es zum ersten mal schrie, stiegen reiher über den wiesen auf.

die raben sammelten sich auf den weizenfeldern
und apfelbäume ächzten unter der last ihrer früchte.

ich blieb – hielt die hütte rein,
wiegte jeden tag das geborene zu den liedern der flüsse und bäche.

als sich reif auf die felder legte, brachte der libellenmann mich zurück in meine welt. kalt war die und dunkel. still.

nur in meinen träumen dufteten die wasserlilien.
nur im schlaf setzten sich schmetterlinge in meine haare.
und die augen, auf deren grund sich fischleiber wanden, eine sehnsucht wurden sie.

dann sah ich dich spielen bei den weiden.
jedes frühjahr - für ein paar tage nur.

du flüstertest mit den wasserläufern und strecktest die hände aus nach den blüten im schilf.

du klopftest dreimal an die tür, mein kind.

das wasser aus deinen kleidern rinnt über die stufen meines hauses.

15
Aug
2008

spray-wald

cucumber day one

Wir sind stolze Besitzer einer Bahncard und benutzen öffentliche Verkehrsmittel, um über Dresden-Ruhland-Cottbus ans Ziel zu gelangen. Das bedeutet: mehrfach umsteigen. Die Züge sind dafür aber auch pünktlich und ziemlich leer.

Der Linienbusfahrer, der uns das letzte Stück befördert, erweist sich als äußerst zuvorkommender Zeitgenosse. Er weicht von der vorgegebenen Strecke ab und bringt uns fast bis vor die Jugendherberge. (Sehen wir MITLEIDERREGEND aus? :-) )
In den nächsten Tagen sollen wir noch mehrfach wirklich freundliche Menschen treffen. Das tut gut, irgendwie.
Auch der Empfang in unserem Domizil ist herzlich.

Wir machen einen kleinen Spazierungang und essen hier zu Mittag: http://www.spreewaldbahnhofburg.de/index1.htm

(Die Jungs sind hin und weg, weil eine Modelleisenbahn an jeden Tisch fährt und die Bestellung aufnimmt. Auch die Getränke werden so befördert. Ich habs ja eher nicht so mit dem Modelschrumms.)

Ein alkoholisierter, rotgesichtiger, unromatischer, dreckigewitzeerzählender Fährmann stakt uns dann noch ein Stück auf der Oberspree.

Ich lese "Frau im Schatten". Ein seltsames Buch. Halbbiografisch. Eine Autorin versucht mittels alter Familienfotos (und mit einer gehörigen Portion Fantasie?) Licht in längst uninteressant gewordene Beziehungskisten zu bringen.


cucumber day two

Wir leihen uns Fahrräder aus und radeln zum Bootshaus Rehnus.

http://www.bootshaus-rehnus.de/

Die Paddelei auf Buschgraben/Wildbahn mögen die Kinder nicht sonderlich. Die zwei Großen sind die ganze Zeit als Kreuz(undquer)fahrer unterwegs, demolieren die Uferböschung und rammen Ausflugskähne. Zum Schluss laufen sie rückwärts in den Hafen ein. Ich hab nicht gedacht, dass Paddeln sooooo schwierig ist.

Nachmittags radeln wir zum Bismarckturm. Man hat von dort einen schönen Blick über den Spreewald. Eine verwunschene Landschaft, jedenfalls für mich. Ich mag die Wälder und die Sommerwiesen. Die Waserläufe und die Libellen. Und ich liebe die Sagen dieser Landschaft.

http://www.bismarcktuerme.de/website/ebene4/brabu/burgspre.html

Ich lese, dass Bismarck Virchow zum Duell herausgefordert hat. (???)

Außerdem beobachten wir kleine Schwalben.


cucumber day three

Wir radeln zur Slawenburg Raddusch.

http://www.slawenburg-raddusch.de/

Die Anlage ansich ist schon eindrucksvoll, aber noch eindrucksvoller ist die Ausstellung in ihrem Inneren. Sehr modern und vor allem für Kinder anschaulich und interessant.

Funde aus der Steinzeit lassen Geschichte lebendig werden. Auch über die Erbauer der Festung, die Slawen, wird viel Wissenswertes vermittelt.

Auf dem Weg zur Burg besuchen wir übrigens einen Irrgarten. Wir sollen darinnen ein Lösungswort finden und strengen uns mächtig an. Des Rätsels Lösung verwirrt uns alle. Toastbrotattraktion-TorstensAttraktion-Losbudenattraktion-Postbotenattraktion-Postkartenattraktion??? Wir können uns nicht entscheiden. Irgendjemand müsste den Irrgartentorsten mal drauf hinweisen, dass ATTRAKTION mit DOPPEL-TEE geschrieben wird. Aber egal.

Wir sehen Graureiher, Störche inmitten einer Kuhherde, eine Nutriamama mit Jungen (soooo süüüüß), Eichhörnchen und Rehlein.

Über Boblitz gehts weiter nach Lübbenau. Wir besichtigen das Schloss und dinieren im Cafe Fontane. Über Leipe zurück nach Burg.

http://www.schloss-luebbenau.de/aktuelles/bildergalerie.html


cucumber day four

Obwohl vereinzelt laut wird, dass gewisse Körperteile die Radelei nicht so gut verkraften, entscheiden wir uns noch einmal für eine große Tour.
Der Sommertag ist herrlich, auch wenn über den abgeernteten Feldern schon eine Ahnung von Herbst liegt.

Wir fahren nach Straupitz und sehen die Schinkelkirche, leider nur von außen. (Für mich wirkt der klassizistische Bau in der lieblichen Spreewaldlandschaft absolut deplatziert. Ich mag die alten Backsteinkirchen viel mehr.)

http://www.ev-kirchgemeinde-straupitz.de/schinkelkirche.htm

Dann geht es über Neu-Zauche und Alt-Zauche nach Lübben. Ich erzähle den Kindern, dass der Ur-Großvater in der Stadt aufwachsen musste und zeige ihnen das Paul-Gerhardt-Denkmal. (Von allen Kirchenliedern war MIR "Geh aus mein Herz und suche Freud" immer das liebste. Melodie und Text schienen mir hell und sonnig.)

Über Lübbenau und Lehde radeln wir zurück - eine ganz schöne Stecke! Wir sind geschafft, aber auch glücklich. Es gibt Pizza für alle.

PS: Musikprogramm: Bill Frisell - http://www.myspace.com/billfrisellofficial

9
Aug
2008

Mamma Mia

ein film für einen sommertag. leicht, unterhaltsam und gut gemacht. tolle musik. meryl streep - einfach unglaublich.
höhepunkt: pierce brosnan im glitzerfratzenanzug. *gg*

ich hab sehnsucht nach griechischem sommer.

http://www.trailerseite.de/archiv/trailer-2008/mamma-mia-trailer.html

5
Aug
2008

zu hause

Was ich beim Reisen am meisten liebe, ist das Erstaunen bei der Rückkehr. Es verklärt die albernsten Menschen und die nichtigsten Dinge.
(Henri Stendhal)

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