dolphins-fish market-Nizwa-Bahla-Jabrin-beehive-tombs-Misfah
09-02
Ganz unurlaubsmaessig stehen wir bereits halb sieben auf, fruehstuecken und fahren zum Yachthafen Marina Bandar al-Rowdha. Unser Kaeptn erwartet uns dort bereits und bringt uns hinaus aufs Meer. Wir bestaunen eine atemberaubende Felskueste und nach ca. einer Stunde sind sie da: viele Delfine, die neugierig das Boot umkreisen. Manchmal sieht man nur ihre Rueckenflossen, von Zeit zu Zeit vollfuehren sie kuehne Spruenge. Alles ist ganz friedlich und ruhig. Wir hoeren irgendwann ganz automatisch auf, hektisch herumzuknipsen und geniessen einfach diese Momente.
Wenn man die schoenen Tiere einmal in Freiheit beobachten konnte, wird einem erneut klar, wie idiotisch es ist, sie, ausschliesslich zur Belustigung der Spezies Mensch, in daemliche Delfinarien zu sprerren. Sie sollen frei sein.
Nach einem kurzen Strandaufenthalt (baden, Muscheln sammeln, witzige Einsiedlerkrebse beobachten) starten wir einen erneuten Versuch, die Sultan Quaboos-Moschee zu besuchen. Leider ist fuer Touristen wieder geschlossen.

Abends suchen wir uns die alte Passstrasse, die von Mutrah via Riyam nach Muscat fuehrt, und geniessen den Vollmondblick auf die beleuchtete Altstadt und den Palastbezirk.
10-02
Noch einmal: zeitig aufstehen. Wir wollen zum Fischmarkt in Muscat. Die Fischer bringen den silbrigen Fang in Schubkarren in den Souq, wo er entweder gleich ausgebreitet oder in einem speziellen Bereich zerteilt wird. Hungrige Katzen schnappen ueberall nach Abfaellen.
Nach dem Fruehstueck checken wir aus und verlassen Muscat, wir starten noch einen dritten Versuch, die Grand Mosque zu besuchen, und dieser ist schliesslich von Erfolg gekroent. Wenn bereits die Dimension des Baus von aussen beeindruckend ist, so verschlaegt einem die Innenausstattung der 2001 nach sechs Jahren Bauzeit eroeffneten Moschee glatt den Atem. Ueber sechstausend Moslems koennen dort beten, der Hof fasst weitere 14 000 Menschen. Praechtige Mosaike, zumeist in Blau gehalten, schmuecken die Gebetshalle. Der persische Teppich dort hat auf 70 mal 60 Metern 1,7 Mrd. Knoten. Der den Raum dominierende Kristallleuchter wurde uebrigens in Bayern gefertigt. Es waere wirklich schade gewesen, wenn wir das nicht gesehen haetten.
Unser Besuchszeitpunkt war zudem sehr gluecklich gewaehlt, denn erst, als wir abfahren, fallen Touristenschwaerme wie die Heuschrecken ein.

Wir verlassen zweimal die Autobahn, einmal in Bidbid, wo wir ein Fort besichtigen, das mit traditionellen Baumaterialien und Techniken restauriert wurde. (Lehmziegel!!)
IN Izki spazieren wir durch einen alten Ort, der aus zwei getrennten Siedlungen, Yaman und Niz ar, besteht. Unser Reisefuehrer sagt, dass dort zwei verfeindete Staemme wohnten. Die verlassenen, eng aneinandergebauten Lehmhaeuser verfallen, aber die Tatsache, dass sie noch nicht voellig ruiniert sind und man mitunter das Gefuehl hat, gleich koennte jemand aus einem Haus kommen, laesst eine ganz eigenartige, etwas beklemmende Atmosphaere entstehen. Jedenfalls habe ich das so empfunden. Die Kinder gehen mutig auf ntdeckungsreise und bergen so manchen SChatz. Einen vergilbten Koran zum Beispiel, aus dem ein alter, handgeschriebener Brief faellt...

Abends essen wir in Nizwa, Huhn mit Reis, wie schon in den vergangenen Tagen.
11-02
(wir denken den ganzen Tag an Zuhause)
Wir schlafen aus und brechen nach dem Fruehstueck nach Bahla auf, wo sich das groesste Lehmfort des Oman befindet. Ein imposanter, den Ort beherrschender Bau, der allerdings nur von aussen zu besichtigen ist. Zur Festung gehoert eine 13 km lange, 5 m hohe Stadtmauer, die die Stadt und daas Wadi umschliesst. Angeblich ist diese Mauer vor 600 Jahren von einer Frau, GHEITA, erbaut worden. Oder, andere Version, garantiert von garstigen alten Maennern ersonnen, Jinnen haben sie ueber Nacht erbaut. (Anmerkung der Autorin: Maenner konnten schon immer schlecht mit klugen Frauen umgehen. Das scheint in Arabien nicht anders zu sein.)
Der Palast von Jabrin, urspruenglich ein Wohnschloss, wurde 1984 renoviert und ermoeglicht dem gemeinen Touristen einen Einblick ins Hofleben des mittelalterlichen Oman. Bil arub bin Sultan al Yaa ruba liess den Palast 1670 errichten, um den Ort zum Zentrum von Kunst und Wissenschaft zu machen. Leider hatte der Schoengeist Bil arub die Rechnung ohne seinen gierigen Bruder gemacht. Dieser neidete ihm Imamtitel und Herrschaft und versuchte immer wider, mit HIlfe diverser Staemme, den ungeliebten Bruder zu entmachten. Obwohl Bil arub den Palast mit dicken Mauern und Kanonentuermen gesichert hatte, unterlag er schliesslich und starb in seinem Maerchenpalast. Traurige Geschichte.
In Al-Ayn kraxeln wir den Huegel zu den BEEHIVE-TOMBS, die sich pittoresk vor dem Gebrigsmassiv Jebel Misht (MISHT = Kamm) aufreihen, hinauf. Achtzehn von ihnen haben noch die Bienenkorbform, drei sind bereits zerfallen. Die Eingaenge der 3 - 4 m hohen Graeber sind einheitlich nach Osten ausgerichtet. Man steht dort und staunt. Kein Mensch weit und breit, nur ein paar Ziegen, kein Hinweisschild, kein Zaun. Nur wir, der Jebel MIsht und einundzwanzig Grabkammern.

12-02
Wir stehen zeitig auf und fahren zum Tiermarkt nach Bahla. Er uebertrifft alle unsere Erwartungen. Eine riesige Menschenansammlung. Lautstarkes orientalisches Feilschen ist schon von Weitem zu hoeren. Die zu verkaufenden Tiere, hauptsaechlich Schafe und Ziegen, werden umhergetragen und angepriesen, bis sich ein Kaeufer findet.
Anschliessend fahren wir in die Berge, die Luft wird duenn dort oben, aber wir haben einen tollen Blick auf tiefe Schluchten und den Jebel Shams.
Den Abschluss des Tages bildet ein Besuch im Bergdorf Misfah al Ibriyen. Dessen alter Ortskern ist vollstaendig aus Natursteinen gebaut und klebt wie ein Schwalbennest am Fels. Wir wandern am Wadi entlang, vorbei an Palmenhainen und Terrassenfeldern. Immer wieder begegnen uns Doerfler, die uns freundlich gruessen und nach unserer Herkunft fragen.
Ganz unurlaubsmaessig stehen wir bereits halb sieben auf, fruehstuecken und fahren zum Yachthafen Marina Bandar al-Rowdha. Unser Kaeptn erwartet uns dort bereits und bringt uns hinaus aufs Meer. Wir bestaunen eine atemberaubende Felskueste und nach ca. einer Stunde sind sie da: viele Delfine, die neugierig das Boot umkreisen. Manchmal sieht man nur ihre Rueckenflossen, von Zeit zu Zeit vollfuehren sie kuehne Spruenge. Alles ist ganz friedlich und ruhig. Wir hoeren irgendwann ganz automatisch auf, hektisch herumzuknipsen und geniessen einfach diese Momente.
Wenn man die schoenen Tiere einmal in Freiheit beobachten konnte, wird einem erneut klar, wie idiotisch es ist, sie, ausschliesslich zur Belustigung der Spezies Mensch, in daemliche Delfinarien zu sprerren. Sie sollen frei sein.
Nach einem kurzen Strandaufenthalt (baden, Muscheln sammeln, witzige Einsiedlerkrebse beobachten) starten wir einen erneuten Versuch, die Sultan Quaboos-Moschee zu besuchen. Leider ist fuer Touristen wieder geschlossen.

Abends suchen wir uns die alte Passstrasse, die von Mutrah via Riyam nach Muscat fuehrt, und geniessen den Vollmondblick auf die beleuchtete Altstadt und den Palastbezirk.
10-02
Noch einmal: zeitig aufstehen. Wir wollen zum Fischmarkt in Muscat. Die Fischer bringen den silbrigen Fang in Schubkarren in den Souq, wo er entweder gleich ausgebreitet oder in einem speziellen Bereich zerteilt wird. Hungrige Katzen schnappen ueberall nach Abfaellen.
Nach dem Fruehstueck checken wir aus und verlassen Muscat, wir starten noch einen dritten Versuch, die Grand Mosque zu besuchen, und dieser ist schliesslich von Erfolg gekroent. Wenn bereits die Dimension des Baus von aussen beeindruckend ist, so verschlaegt einem die Innenausstattung der 2001 nach sechs Jahren Bauzeit eroeffneten Moschee glatt den Atem. Ueber sechstausend Moslems koennen dort beten, der Hof fasst weitere 14 000 Menschen. Praechtige Mosaike, zumeist in Blau gehalten, schmuecken die Gebetshalle. Der persische Teppich dort hat auf 70 mal 60 Metern 1,7 Mrd. Knoten. Der den Raum dominierende Kristallleuchter wurde uebrigens in Bayern gefertigt. Es waere wirklich schade gewesen, wenn wir das nicht gesehen haetten.
Unser Besuchszeitpunkt war zudem sehr gluecklich gewaehlt, denn erst, als wir abfahren, fallen Touristenschwaerme wie die Heuschrecken ein.

Wir verlassen zweimal die Autobahn, einmal in Bidbid, wo wir ein Fort besichtigen, das mit traditionellen Baumaterialien und Techniken restauriert wurde. (Lehmziegel!!)
IN Izki spazieren wir durch einen alten Ort, der aus zwei getrennten Siedlungen, Yaman und Niz ar, besteht. Unser Reisefuehrer sagt, dass dort zwei verfeindete Staemme wohnten. Die verlassenen, eng aneinandergebauten Lehmhaeuser verfallen, aber die Tatsache, dass sie noch nicht voellig ruiniert sind und man mitunter das Gefuehl hat, gleich koennte jemand aus einem Haus kommen, laesst eine ganz eigenartige, etwas beklemmende Atmosphaere entstehen. Jedenfalls habe ich das so empfunden. Die Kinder gehen mutig auf ntdeckungsreise und bergen so manchen SChatz. Einen vergilbten Koran zum Beispiel, aus dem ein alter, handgeschriebener Brief faellt...

Abends essen wir in Nizwa, Huhn mit Reis, wie schon in den vergangenen Tagen.
11-02
(wir denken den ganzen Tag an Zuhause)
Wir schlafen aus und brechen nach dem Fruehstueck nach Bahla auf, wo sich das groesste Lehmfort des Oman befindet. Ein imposanter, den Ort beherrschender Bau, der allerdings nur von aussen zu besichtigen ist. Zur Festung gehoert eine 13 km lange, 5 m hohe Stadtmauer, die die Stadt und daas Wadi umschliesst. Angeblich ist diese Mauer vor 600 Jahren von einer Frau, GHEITA, erbaut worden. Oder, andere Version, garantiert von garstigen alten Maennern ersonnen, Jinnen haben sie ueber Nacht erbaut. (Anmerkung der Autorin: Maenner konnten schon immer schlecht mit klugen Frauen umgehen. Das scheint in Arabien nicht anders zu sein.)
Der Palast von Jabrin, urspruenglich ein Wohnschloss, wurde 1984 renoviert und ermoeglicht dem gemeinen Touristen einen Einblick ins Hofleben des mittelalterlichen Oman. Bil arub bin Sultan al Yaa ruba liess den Palast 1670 errichten, um den Ort zum Zentrum von Kunst und Wissenschaft zu machen. Leider hatte der Schoengeist Bil arub die Rechnung ohne seinen gierigen Bruder gemacht. Dieser neidete ihm Imamtitel und Herrschaft und versuchte immer wider, mit HIlfe diverser Staemme, den ungeliebten Bruder zu entmachten. Obwohl Bil arub den Palast mit dicken Mauern und Kanonentuermen gesichert hatte, unterlag er schliesslich und starb in seinem Maerchenpalast. Traurige Geschichte.
In Al-Ayn kraxeln wir den Huegel zu den BEEHIVE-TOMBS, die sich pittoresk vor dem Gebrigsmassiv Jebel Misht (MISHT = Kamm) aufreihen, hinauf. Achtzehn von ihnen haben noch die Bienenkorbform, drei sind bereits zerfallen. Die Eingaenge der 3 - 4 m hohen Graeber sind einheitlich nach Osten ausgerichtet. Man steht dort und staunt. Kein Mensch weit und breit, nur ein paar Ziegen, kein Hinweisschild, kein Zaun. Nur wir, der Jebel MIsht und einundzwanzig Grabkammern.

12-02
Wir stehen zeitig auf und fahren zum Tiermarkt nach Bahla. Er uebertrifft alle unsere Erwartungen. Eine riesige Menschenansammlung. Lautstarkes orientalisches Feilschen ist schon von Weitem zu hoeren. Die zu verkaufenden Tiere, hauptsaechlich Schafe und Ziegen, werden umhergetragen und angepriesen, bis sich ein Kaeufer findet.
Anschliessend fahren wir in die Berge, die Luft wird duenn dort oben, aber wir haben einen tollen Blick auf tiefe Schluchten und den Jebel Shams.
Den Abschluss des Tages bildet ein Besuch im Bergdorf Misfah al Ibriyen. Dessen alter Ortskern ist vollstaendig aus Natursteinen gebaut und klebt wie ein Schwalbennest am Fels. Wir wandern am Wadi entlang, vorbei an Palmenhainen und Terrassenfeldern. Immer wieder begegnen uns Doerfler, die uns freundlich gruessen und nach unserer Herkunft fragen.
nisavi - 12. Feb, 14:46














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