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15
Aug
2008

spray-wald

cucumber day one

Wir sind stolze Besitzer einer Bahncard und benutzen öffentliche Verkehrsmittel, um über Dresden-Ruhland-Cottbus ans Ziel zu gelangen. Das bedeutet: mehrfach umsteigen. Die Züge sind dafür aber auch pünktlich und ziemlich leer.

Der Linienbusfahrer, der uns das letzte Stück befördert, erweist sich als äußerst zuvorkommender Zeitgenosse. Er weicht von der vorgegebenen Strecke ab und bringt uns fast bis vor die Jugendherberge. (Sehen wir MITLEIDERREGEND aus? :-) )
In den nächsten Tagen sollen wir noch mehrfach wirklich freundliche Menschen treffen. Das tut gut, irgendwie.
Auch der Empfang in unserem Domizil ist herzlich.

Wir machen einen kleinen Spazierungang und essen hier zu Mittag: http://www.spreewaldbahnhofburg.de/index1.htm

(Die Jungs sind hin und weg, weil eine Modelleisenbahn an jeden Tisch fährt und die Bestellung aufnimmt. Auch die Getränke werden so befördert. Ich habs ja eher nicht so mit dem Modelschrumms.)

Ein alkoholisierter, rotgesichtiger, unromatischer, dreckigewitzeerzählender Fährmann stakt uns dann noch ein Stück auf der Oberspree.

Ich lese "Frau im Schatten". Ein seltsames Buch. Halbbiografisch. Eine Autorin versucht mittels alter Familienfotos (und mit einer gehörigen Portion Fantasie?) Licht in längst uninteressant gewordene Beziehungskisten zu bringen.


cucumber day two

Wir leihen uns Fahrräder aus und radeln zum Bootshaus Rehnus.

http://www.bootshaus-rehnus.de/

Die Paddelei auf Buschgraben/Wildbahn mögen die Kinder nicht sonderlich. Die zwei Großen sind die ganze Zeit als Kreuz(undquer)fahrer unterwegs, demolieren die Uferböschung und rammen Ausflugskähne. Zum Schluss laufen sie rückwärts in den Hafen ein. Ich hab nicht gedacht, dass Paddeln sooooo schwierig ist.

Nachmittags radeln wir zum Bismarckturm. Man hat von dort einen schönen Blick über den Spreewald. Eine verwunschene Landschaft, jedenfalls für mich. Ich mag die Wälder und die Sommerwiesen. Die Waserläufe und die Libellen. Und ich liebe die Sagen dieser Landschaft.

http://www.bismarcktuerme.de/website/ebene4/brabu/burgspre.html

Ich lese, dass Bismarck Virchow zum Duell herausgefordert hat. (???)

Außerdem beobachten wir kleine Schwalben.


cucumber day three

Wir radeln zur Slawenburg Raddusch.

http://www.slawenburg-raddusch.de/

Die Anlage ansich ist schon eindrucksvoll, aber noch eindrucksvoller ist die Ausstellung in ihrem Inneren. Sehr modern und vor allem für Kinder anschaulich und interessant.

Funde aus der Steinzeit lassen Geschichte lebendig werden. Auch über die Erbauer der Festung, die Slawen, wird viel Wissenswertes vermittelt.

Auf dem Weg zur Burg besuchen wir übrigens einen Irrgarten. Wir sollen darinnen ein Lösungswort finden und strengen uns mächtig an. Des Rätsels Lösung verwirrt uns alle. Toastbrotattraktion-TorstensAttraktion-Losbudenattraktion-Postbotenattraktion-Postkartenattraktion??? Wir können uns nicht entscheiden. Irgendjemand müsste den Irrgartentorsten mal drauf hinweisen, dass ATTRAKTION mit DOPPEL-TEE geschrieben wird. Aber egal.

Wir sehen Graureiher, Störche inmitten einer Kuhherde, eine Nutriamama mit Jungen (soooo süüüüß), Eichhörnchen und Rehlein.

Über Boblitz gehts weiter nach Lübbenau. Wir besichtigen das Schloss und dinieren im Cafe Fontane. Über Leipe zurück nach Burg.

http://www.schloss-luebbenau.de/aktuelles/bildergalerie.html


cucumber day four

Obwohl vereinzelt laut wird, dass gewisse Körperteile die Radelei nicht so gut verkraften, entscheiden wir uns noch einmal für eine große Tour.
Der Sommertag ist herrlich, auch wenn über den abgeernteten Feldern schon eine Ahnung von Herbst liegt.

Wir fahren nach Straupitz und sehen die Schinkelkirche, leider nur von außen. (Für mich wirkt der klassizistische Bau in der lieblichen Spreewaldlandschaft absolut deplatziert. Ich mag die alten Backsteinkirchen viel mehr.)

http://www.ev-kirchgemeinde-straupitz.de/schinkelkirche.htm

Dann geht es über Neu-Zauche und Alt-Zauche nach Lübben. Ich erzähle den Kindern, dass der Ur-Großvater in der Stadt aufwachsen musste und zeige ihnen das Paul-Gerhardt-Denkmal. (Von allen Kirchenliedern war MIR "Geh aus mein Herz und suche Freud" immer das liebste. Melodie und Text schienen mir hell und sonnig.)

Über Lübbenau und Lehde radeln wir zurück - eine ganz schöne Stecke! Wir sind geschafft, aber auch glücklich. Es gibt Pizza für alle.

PS: Musikprogramm: Bill Frisell - http://www.myspace.com/billfrisellofficial

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