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18
Jul
2009

Feinfein - am Rhein

Frau Nisavi geht an Bord eines Rheindampfers. Der Ticketpreis ist überaus stolz - aber was sollz (=s ).
Frau Nisavi betrachtet die Fahrt zum Loreleifelsen als eine Art Initiationsritus. Die vorwiegend japanischen Mitreisenden stärken sich ausgiebigst mit feinstem Rheinwein. Frau Nisavi bleibt bei Gänsewein und überprüft hin und wieder, ob die Sprösslinge noch mit an Bord sind. Sind sie. Sie rutschen und beklagen die entschleunigte Art der Fortbewegung.

Als sich das Schiff dem Loreleifelsen nähert, bricht eine Art Massenhysterie aus. Die Reisgruppen drängen sich, alle verfügbaren Kameras im Anschlag, an der Reeling und fragen unentwegt: "Is that Lorelei? Is there a statue?"

Frau Nisavi kennt die Lorelei. Aber sie kennt sie nur als den Felsen. Die Szenerie von oben sozusagen. Frau Nisavi windet sich.:"We are very close - I suppose."

Dann aber gehts um die Ecke und der Kapitän, der offenbar Sinn fürs Dramatische besitzt, beschallt die Schaluppe mit "Ich waisss nicht, wass ssoll es bedeuten..."
Alle Touristen stehen stramm und sind wie auf Kommando gerührt. Ihre Lippen formen ehrfurchtsvoll jedes einzelne Wort des Heinetextes. Eine Art Zauberspruch?

Als der Felsen außer Sichtweite gerät, die Kameras das letzte Mal geklickt haben, normalisiert sich die Sitauation schlagartig. Man spricht wieder dem Rheinwein zu und erfreut sich an der Aussicht.

St. Goar wird angelaufen. Frau Nisavi geht mit Söhnen von Bord und entert die Burg Rheinfels. Stundenlang stromert sie hier mit den Söhnen und Taschenlampen durch die Minengänge.
Otto Dix hat hier ganz in der Nähe (in der Villa Linder) gemalt und Adolf Friedrich Fraf von Schack wurde hier geboren. Ein geschichtsträchtiger Ort. Wie die Lorelei.

http://www.st-goar.de/331-0-der-widerstandskaempfer-adolf-friedrich-graf-von-schack-war-ein-sohn-der-stadt-st--goar.html

11
Jul
2009

Kabarett

Gestern Abend eine ganz spontane Verabredung. Kabarett in Dresden:

http://www.kabarett-breschke-schuch.de/start.html

Ich war bislang selten im Kabarett, aber es hat mir sehr gut gefallen. Ich ziehe den Hut vor Thomas Schuch, der es schaffte, ein recht verhaltenes Publikum geschlagene zwei Stunden sehr gut zu unterhalten. Viele seiner Texte waren brillant, bissig und pointiert.

Anschließend gabs hier ein Nachtmahl:

http://www.brennnessel-dresden.de/

Sehr, sehr, sehr lecker und wirklich gemütlich.

9
Jul
2009

BLAUMACHEN

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Ich habe in der vergangenen Woche alles geernet, was an Beeren und Kirschen im Garten gewachsen war. Habe Konfitüre gekocht, Schnaps (!) angesetzt und Rumtopf angerührt.

Gestern sind wir drei Stunden im Wald gewesen und haben Blaubeeren gepflückt. Es gibt unheimlich viele dieses Jahr und irgendwie erntet sie keiner. Es ist halt mühsam.

Der Königstochter Jüngster ist auch mehr für Melonenernte oder Kürbislese geeignet. Nachdem er FÜNFZIG BEEREN gepflückt hatte (mitgezählt!!!), war ihm laaaaaangweilig...

Nun, ich habe ein letztes Mal Konfitüre produziert und Beeren gefrostet. Aus denen mache ich Ende Juli eine besonders schöne Torte...

Jetzt habe ich frei bis zum Pflaumenmus und mache zwei Wochen blau.

7
Jul
2009

Le petit prince

Ach, kleiner Prinz, so nach und nach habe ich dein kleines schwermütiges Leben verstanden. Lange Zeit hast du, um dich zu zerstreuen, nichts anderes gehabt als die Lieblichkeit der Sonnenuntergänge.

(aus: Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)

6
Jul
2009

At the Cucumber Cycle Track

29.6. Prelude

Ich brauche relativ wenig, um einen entspannten Urlaub verleben zu können: Menschen um mich, die ich liebe und die mich lieben. Ein Dach über dem Kopf. Ein einfaches Essen. Ein sauber bezogenes Bett. Eine Dusche. Die Natur. Spannende Bücher. Gute Musik. Dinge, auf die ich neugierig sein kann, die mich interessieren und inspirieren.

All das finde ich hier im Spreewald.
Wenn ich in Burg aus dem Bus steige, fällt die Anspannung des vergangenen Jahres von mir ab.
Die Leute von der JH, die uns mittlerweile kennen, nehmen uns freundlich in Empfang und wir wundern uns gemeinschaftlich, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist.

Wir richten uns ein und machen einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Wir essen Eis. Kaufen Getränke und Leckereien für die Abende.

Wir spielen Tischtennis. Mit mäßigem Erfolg.

Überall blühen die Linden und ein schwerer Duft liegt über dem Abend.

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30.06. Peitz ist geil

Wir leihen uns gleich am Morgen Fahrräder und radeln gemütlich nach Peitz. Zunächst nieselt es ganz sanft. Warmer Landregen.
Sechzig Kilometer liegen vor uns, aber das macht nix. Wir haben Ferien und Urlaub. Die Sonne scheint ab Mittag seit langem wieder einmal. Recht intensiv.

Wir fahren die Hauptspree entlang. Bunte Sommerwiesen säumen den Weg und der Kuckuck ruft. Hin und wieder fliegen Reiher auf.

In Peitz vertilgen wir eine Menge Eis und bestaunen die aus dem 16. Jahrhundert stammenden Fischteiche.

Noch rechtzeitig vor dem Gewitter sind wir wieder in der JH.
Wir lesen, schreiben und lauschen dem Regen, der auf die Dachfenster trommelt.

01.07. Calauern

Ich genieße es, früh aufzuwachen, ohne sofort darüber nachdenken zu müssen, was anliegt und erledigt werden muss. Ich genieße es, mir Röckchen und T-Shirt angeln zu können und den Tag im Freien beginnen zu dürfen. Ich genieße den Pott Kaffee, Obst und die Aussicht auf die Tour.

Wir fahren wieder ca. 60 km, zunächst nach Radusch. Die Slawenburg haben wir allerdings schon im letzten Jahr besichtigt.

Uns zieht es nach Calau. Die Bücher sagen, dass die Stadt wirklich die Heimat der berühmten Kalauer sein soll. Die calauer Schuhmacher erzählten sich nachts angeblich bei der Arbeit Geschichten und Anekdoten, um wach zu bleiben. Sie erfanden Wortspiele, die dann von den Gesellen landauf landab verbreitet wurden.

Wir kalauern beim Eisessen.

Auf dem Rückweg machen wir in Vetschau Station.
Die Stadt wurde 1302 erstmals urkundlich erwähnt.
Wir besichtigen die Wendisch-Deutsche Doppelkirche.
Im 14. Jh. wurde aus Felssteinen ein erstes Gotteshaus gebaut. Weil dieses 1619 niederbrannte, errichtete man unter Einbeziehung des verbliebenen Turmsockels einen Backsteinbau.
Und schließlich wurde von 1690 bis 1694 eine spätbarocke deutsche Kirche angebaut. Die Kirchen sind durch die Sakristei miteinander verbunden.



Wir beobachten Jungstörche und Rehe. Kurz vor dem obligatorischen Gewitter sind wir in der JH.

02.07. Beim Fürsten

Wir entscheiden uns, die Fahrräder heute im Schuppen zu lassen und gelangen mit Bus/Tram und Parkeisenbahn nach Branitz, wo wir dem Fürsten Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) unsere Aufwartung machen.

Der nach englischem Vorbild angelegte Landschaftspark gehört zu den schönsten Parks, die ich je gesehen habe. Stundenlang könnte ich hier umherstreifen und beobachten, wie sich das Sonnenlicht in den alten Bäumen fängt.

Der olle Fürst ist mir mit all seinen Widersprüchen sympathisch. Sehr sympathisch.

Er war offenbar ein bisschen durchgeknallt. Exzentrisch. Und scherte sich keinen Deut um das, was die Leute über ihn sagten.
Er war ein Frauenheld. Ein Romantiker. Ein Utopist. Ein Genießer. Und ein Mensch, der das Reisen liebte.
Er liebte. Lebte. Povozierte.

Einzig die Tatsache, dass er sich aus Ägypten seinerzeit "zur Unterhaltung!!!!" eine Sklavin ("Machbuba") mitbrachte, bremst meine Begeisterung für das Blaublut. Man kann im Schloss die Totenmaske der früh verstorbenen Abessinerin sehen. Ein kleines, ausgezehrtes Gesicht. Die Wangen sind eingefallen. Sie muss sehr krank gewesen sein.
Man hat auch Abdrücke von ihren Händen gemacht. Schlanke Mädchenhände. Zart und feingliedrig.

Wir besichtigen das Schlss, welches der Fürst mit seiner Frau Lucie ("Schnucke") bewohnte. Auch dann noch, als sie längst geschieden waren. Das Paar ist im TUMULUS, einer Seepyramide, begraben.

Es gibt Eis für die Kinder, kein Halbgefrorenes übrigens, und Kaffee
für mich, dann fahren wir nach Cottbus zurück.
Leider kriegte uns das Gewitter ein und wir stürzten klitschnass in die JH.

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03.07. Alt-Zauche

Fahrradtag. Wir radeln dank meines nicht vorhanden Orientierungssinnes umwegreich über Straupitz nach Alt-Zauche.

Es gibt wieder jede Menge Störche zu sehen und einen Nutria.



04.07. Paddeln

Im vergangen Jahr war die Paddelei eher unbeliebt. Ich wundere mich, als die Kinder eine Paddeltour vorschlagen.
Wir leihen ein Indianerkanu mit Stechpaddeln aus und siehe da, es funktioniert ganz gut.
Allerdings kommen dann Gewitter bedrohlich nahe, so dass wir es vorziehen, die Kanäle zu verlassen.

Der Nachmittag ist gewittrig und es schüttet immer wieder wie aus Kannen.

Wir machen ein Schläfchen und lesen. Ich habe mir in Branitz "Der grüne Fürst" von Heinz Ohff gekauft. Eine gut geschriebene Biographie. Außerdem muss ich mal wieder einen Krimi verschlingen.
"Wo kein Zeuge ist" von Elisabeth George. Spannend.
Ich habe endlich Zeit für die ZEIT und das Magazin und diverse andere Pressesachen.

05.07. Besuch!!!

Wir bekommen lieben Besuch aus Berlin und verbringen einen entspannten letzten Urlaubstag miteinander.

Wir waren paddeln, am Bismarckturm und schließlich abends opulent beim Chinesen essen.

26
Jun
2009

Buchenwald

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als ob man fiele
aber käme nicht auf.

als ob wände
mit wespenstichen vernäht wären.

arme sind keine flügel.

nicht einmal als stützen taugen sie.

(24.06.09)

25
Jun
2009

23
Jun
2009

marmeladenmonsters längster tag

grundschulabschlussfest***
erdbeerananasmarmeladekochen***
abiturzeugnisse***
schulkramfürsnächsteschuljahrbesorgen***
ausstandkolleginimtinathal(http://www.tinathal.de/garten_d.html)***erdbeercurdkochen ***langenachtderwissenschaften***
polarkreis18(*grusel*)***bewerbungstraining***ikea***yoga***
geburtstagskuchenbacken***theateraufführungen***
geburtstagsfeierlichkeiten***packen...

(to be continued)

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