Zufallsbild

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17
Mrz
2008

Annie Leibowitz

irgendwann habe ich damit begonnen, ihre porträts aus illustrierten zu trennen und aufzubewahren. ich bewunderte stets die idee hinter dem jeweiligen bild, eine idee, die mir entweder total naheliegend oder völlig abgefahren erschien. originell und unvergleichlich jedoch in jedem fall.

ich glaube, eine zeitlang hatte ich sie dennoch völlig vergessen.

erst als ich begann, mich mit susan sontag zu beschäftigen, rückte sie wieder in meinen focus.

im vergangenen jahr der großartige bildband „a photographer’s life“ – mein allerschönstes geburtstagsgeschenk ever. ich habe tage und wochen damit verbracht, die magie der bilder aufzunehmen. die berühmten porträts (beispielsweise die schwangere demi moore, mick jagger, patti smith, willie nelson, der mich im profil immer an einen raubvogel erinnerte, nelson mandela...) noch einmal durchgesehen. ich bin mit den fotos nach paris gereist, nach rom und sarajewo. habe die bilder vom ground zero gesehen. dabei gespürt, dass die familie, die kinder und natürlich susan sontag in einer glamour- und promiwelt das wichtigste waren bzw. sind. koordinaten.
die bilder vom sterben der schönen susan werde für mich immer meilensteine der photographie sein, so grausam sie auch auf den ersten blick zu sein scheinen.

heute abend: annie leibovitz – „life through a lens“ (ARTHAUS) – ein wunderbarer film über leben und schaffen der großen fotografin. ein film über ihre zeit, über ihre ära beim ROLLING STONE / bei VANITY FAIR, ihre sensible art und weise, teil der szenerie zu werden, die sie wohl im laufe der zeit perfektioniert hat. haben muss. wie sonst sind bilder entstanden wie das von john lennon, der sich nackt, embryolike, an yoko schmiegt, ganz bloß und verletzlich? (ich kannte das bild, aber ich wusste nicht, dass das entsprechende shooting fünf stunden vor seiner ermordung stattfand. das cover erschien seinerzeit ohne caption. was hätte man auch dazuschreiben sollen?)

der film illustriert vieles, setzt fakten in zusammenhänge, lässt zeitzeugen zu wort kommen und zeichnet ein eindringliches porträt von einer großen künstlerin, die vor allem eins immer geblieben zu sein scheint: sie selbst.

PS: NOTIZ AN MICH SELBST> ich will noch etwas über josef koudelka und martin munkacsi schreiben.

Le petit prince

meldungen wie die folgende deprimieren mich zu tode.

ich kann nicht einmal genau sagen, warum. weil ich Le Petit Prince sehr liebe? weil im nichtwissen immer eine (kindliche) minihoffnung verborgen ist?weil ich sätze wie "Wenn ich gewusst hätte, dass das Saint-Exupéry war, hätte ich niemals geschossen, niemals"zum kotzen finde? lieber himmel, ja. es war krieg. lieber himmel, ja, da galten und gelten andere gesetze. jeder weiß das. trotzdem. ein mensch ist ein mensch.

zeichne mir ein schaf...

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,541775,00.html

Berlin - Der Bruder des verstorbenen Sängers Ivan Rebroff hat als Pilot im Zweiten Weltkrieg höchstwahrscheinlich den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry abgeschossen. "Es ist in der Nähe von Toulon passiert", sagte der 88-jährige Horst Rippert der Nachrichtenagentur AFP. "Er flog unter mir. Ich war über der See auf einem Aufklärungsflug."

Er habe das französische Hoheitszeichen am Flugzeug gesehen, sei eine Kurve geflogen und habe sich hinter den französischen Flieger gesetzt, sagte der Bruder des deutschen Sängers mit russischem Künstlernamen. Dann habe er ihn abgeschossen.

"Wenn ich gewusst hätte, dass das Saint-Exupéry war, hätte ich niemals geschossen, niemals", zitierte de Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" aus einem Buch über Saint-Exupérys Verschwinden, das diese Woche in Frankreich erscheinen soll.



>„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

>„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

...so feine gedanken. dann kommt ein donkosakenbruderverschnitt und knallt einen ab. tolle welt das.

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