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18
Dez
2011

29
Nov
2011

the nutcracker

ein wunder-, wunderbarer abend in der semperoper:

http://www.youtube.com/watch?v=xx8NjneXAC4

20
Nov
2011

12
Nov
2011

ONE DAY

http://youtu.be/LDzzrUz7Hxc

Ich mochte den Roman nicht sonderlich, aber ich mag den Film und seine Bilder und den schönen Soundtrack.
Ich habe Sehnsucht nach Edinburgh bekommen, es ist Ewigkeiten her, dass ich dort war.

26
Okt
2011

kàrpos IV (fin)

1955 übersiedelt H. in die DDR.
Über seine Motive lässt sich spekulieren. Der große B. soll ihm vom Umzug abgeraten haben.

Er richtet sich bequem ein zwischen zwei Welten: schüttelt Honecker die Hand und empfängt Nationalpreise. Lobt die Ausbürgerung Biermanns.
Zum Frühstück trinkt er Granini-Saft. Und die Gitanes kauft ihm der Wirtschafter im Intershop.

"Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe" wird zum Kassenschlager.

Die Wintermonate verbringt H., gemeinsam mit seiner Frau, in der Schönhauser Allee 129.
Im Mai aber zieht es ihn hinaus in die Natur, nach Klein-Machnow, wo er sich im Laufe der Zeit ein Schlösschen erbauen lässt.

Backsteingebäude sind dort von einer Parklandschaft und hohen Mauern umgeben. Eine Marmorgöttin wacht, noch heute, im Schilf.

Im Inneren des Anwesens finden sich die Gemächer des Dramatikers: Arbeitszimmer, Schlafraum, Küche und Kemenate der Gattin - allesamt vollgepfropft mit Antiquitäten und Requisiten.

2003 stirbt der Umstrittene hier. Begraben ist er in der Hauptstadt, auf dem Französischen Friedhof, in der Nähe Fontanes.

Und so schließt sich ein Kreis.

24
Okt
2011

kàrpos III

Sie hat - leider! - so gar nichts von Effi.

Meta könnte sie heißen. Oder Alma?

Eine alte, welke Schachtel ist sie, und um den Mund herum trägt sie einen enttäuschten Zug, der sich, selten, zu einem höhnischen Lächeln verzieht.

Ihre Äuglein huschen in der Umgebung umher wie Mäuse, immer auf der Suche, flink, gierig und niemals zufrieden.




In der Theaterkantine haben sich die unterschiedlichsten Menschen versammelt.
Sie trinken Wein und Bier, rauchen, löffeln Bohnensuppe, reden, streiten oder dämmern vor sich hin.

Über Lautsprecher wird die sechzehnte und letzte Vorstellung von "Romeo und Julia" angekündigt.
Die Sprecherin gibt bekannt, dass dreihundertdreiunddreißig Karten verkauft seien und jeder, der noch einmal auf die Bühne wolle, nun letzte Gelegenheit dazu habe.

Die Julia kommt aus der Maske, trägt ein unschuldig weißes Baumwollkleid und dunkle Flechten. Sie zieht eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten und verschwindet.

Ein dicklicher Schalke-Fan zählt sein letztes Geld. Benvolio klopft ihm aufmunternd auf die Schulter, bevor er den Raum verlässt.

Und Romeo? Lautlos bewegt er seine Lippen. Für nach der Vorstellung ist er mit seinem Freund verabredet.




Am Abend liest die Malerin im Autonomen Frauenzentrum.
Sie ist die Tochter vom großen W., eine dunkelhaarige, trotzig dreinblickende Frau mit einer überraschend sanften Radiostimme.

Ihre Erzählungen, hochgelobt, sind, wen wunderts, Wortgemälde. Mit dem geschulten Blick einer Künstlerin spricht sie von Berthe und dem Anmischen von Hautfarben. Von Sylvia Plath und einem zweischwänzigen Faun.

Mit jedem Beifall läuft ein großer Hund zu ihr nach vorn und lässt sich streicheln.

Im Publikum (und erst nach Stunden finden sich Gesicht und Name): Asshole A., der Schwätzer.

21
Okt
2011

karpòs II

F. soll einmal gesagt haben, dass die, die drüben im Schloss leben, hier begraben werden.

Ein stiller Ort ist es. Wenn man, von der Straße kommend, hereintritt, umfangen einen Ruhe und grünes Licht.
Die Eiben haben rote Perlen auf den Grabsteinen verteilt. Keiner, der sie zu einer Kette fädeln könnte...

Offiziere haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, Architekten und Gärtner.

Der eine Name will sich nicht finden lassen. Könnte man drei nennen, es fiele so viel leichter, ihn zu wählen.

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Die Villa, in der der Nachlass von F. verwaltet wird, liegt auf dem Gebiet der verbotenen Stadt.

Sieht man sie im Nachmittagslicht am Berghang liegen, ahnt man nichts von ihrer wechselvollen Geschichte.
Man kann sich nicht vorstellen, dass hier Urteile gefällt wurden, die Menschenleben beendeten.
Man ist unfähig, sich zur prächtigen Fassade Ruin und Verfall zu denken.

Zwei Männer haben das Haus gerettet, R. und O., der eine durch den Verkauf von Tabakwaren, der andere durch Versandhandel vermögend geworden.




S. berichtet von der nervenaufreibenden Handschriftenjagd, von Tagebüchern und Auktionen, von Geldmangel und davon, dass verschiedenen Zeitgenossen die Großzügigkeit der Herren R. und O. vollständig abgeht.

Zum Abschied betrachten wir ehrfurchtsvoll die chinesische Ausgabe eines Werkes von F.; im vorderen Teil des Buches befindet sich ein Porträt des Dichters.
Die Tatsache, dass die Abbildung aus dem Neuruppiner Apothekerssohn einen streng dreinschauenden Halbmandarin macht, lässt uns lächeln.

Der Chinese, "ein Drehpunkt für die ganze Geschichte."

20
Okt
2011

karpòs I

Z. hat ihm geholfen, das Anwesen ausfindig zu machen.

Ja, er will es kaufen. Leisten kann er es sich, weil er -endlich!- erfolgreich ist mit dem Roman. Die großen Zeitungen haben ihn vorabgedruckt.

Inmitten von Wäldern hofft er, Ruhe zu finden. Die Kinder werden hier bei ihm sein. Suse wird den Garten lieben, die Bäume, Blumen und das Licht abends am See.

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Er raucht viel. Den Tabak baut er selbst an.

Er trocknet ihn und verwahrt ihn im Arbeitszimmerschrank. Dort, wo er auch den Alkohol hat.

R. schreibt ins Gästebuch, dass er auch seinen nächsten runden Geburtstag hier in C. verbringen möchte.
"Ohne mich!" ergänzt mit energischem Schriftzug die Frau des Verlegers.




Er schreibt einen Brief an den Sohn, nennt ihn darin beim Kindernamen, als könne es gelingen, mit diesem Zauberwort die Vergangenheit heraufzubeschwören.
Er erkenne sich in ihm wieder, deutet er an, er wünsche so sehr, dass der Sohn es einmal leichter haben werde.

Er fleht ihn an, sich durchzubeißen.

Er nimmt alle Schuld auf sich, ohne Wenn und Aber.
Alles werde wieder in Ordnung kommen, verspricht er. Ein Herbstwort, das er nicht halten kann.

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